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Gutachten Umgangsrecht

Gutachten Umgangsrecht

Sollte das Gericht eine Frage nicht aus eigener Sachkunde beantworten können, zieht es einen Gutachter zu Rate. Dieser ist in der Regel ein ausgebildeter Sachverständiger auf seinem Gebiet.
Der Gutachter ist eigenständig und versucht, die Fragestellung des Gerichtes durch methodisches Vorgehen zu beantworten. Im Regelfall fasst das Gericht die Fragen an den Gutachter zusammen.

Ein solcher Auftrag vom Gericht könnte wie folgt aussehen (Zitat aus einem Auftrag zur Begutachtung durch ein Gericht):

  1. Es soll ein Sachverständigengutachten eingeholt werden zu folgenden Fragen:
    1. Ist es zum Wohle des Kindes XXX aus Sachverständigensicht geboten, den Umgang mit dem Kindesvater XXX, wie von der Kindesmutter angestrebt, weitergehend einzuschränken oder zu reglementieren, als mit Beschluss des Amtsgerichts XXX vom xx.xx.xxxx geschehen?
    2. Falls ja, aus welchen Gründen und in welchem Umfange?
    3. Falls nein, erscheint aus Gründen des Kindeswohls eine ggf. perspektivische Ausweitung des Umgangs, z.B. des sog. Ferienumgangs, angezeigt, ggf. wann und in welchem Umfange?
    4. Worin liegen aus Sachverständigensicht die Ursachen und Gründe für Schwierigkeiten im Umgang des Kindes mit seinem Vater?
    5. Die Sachverständige soll in dem Gutachten insbesondere auch zu folgenden Fragen Stellung nehmen:
      1. Gibt es greifbare Anhaltspunkte dafür, dass der Kindesvater in der von der Kindesmutter behaupteten Weise "unzuverlässig" im Umgang mit dem Kind ist, wenn ja welche?
      2. Akzeptiert und fördert die Kindesmutter die Bindungen des Kindes an den Kindesvater hinreichend? Falls nein, worin liegen die Ursachen und Gründe?
  2. In die Begutachtung sollen einbezogen werden:
    1. das Kind XXX;
    2. die Kindesmutter XXX;
    3. der Ehemann der Kindesmutter, XXX - jedoch nur mit dessen Einwilligung;
    4. der Kindesvater XXX;
    5. ggf. eine Lebenspartnerin des Kindesvaters - jedoch nur mit deren Einwilligung.
  3. Sollte die Sachverständige eine Erweiterung oder Modifizierung des Begutachtungsauftrags für erforderlich halten, wird sie ersucht, dies dem XXX (Gericht) vor Erstellung des Gutachtens mitzuteilen.
  4. Die Sachverständige wird ersucht, das Gutachten bis zum XXX vorzulegen.
    Sie wird weiter ersucht, dem Senat zuvor Zwischenergebnisse mitzuteilen, soweit ihr dies tunlich sachdienlich erscheint.

Der Gutachter versucht nachfolgend, die Fragen wissenschaftlich zu beantworten. In der Form der Erstellung seines Gutachtens ist er in vielen Punkten frei.

Bezüglich des Umgangs des Kindes könnte eine mögliche Frage des Gerichts an den Sachverständigen die nach dem Umfang des Umgangs sein oder, ob die Umgangsablehnung des Kindes aufgrund einer Fremdbestimmung bestehen kann. Dazu wird der Gutachter mehrere Befragungen und Tests mit beiden Elternteilen durchführen und diese Testergebnisse im Gutachten auswerten.

Weiterhin ist es möglich, dass er andere Bezugspersonen des Kindes, wie Großeltern oder neue Lebenspartner, mit befragt. Ebenso kann der Sachverständige Einrichtungen und Schulen besuchen und, nach Entbindung von der Schweigepflicht, auch dort nach den Verhältnissen und den Auffälligkeiten fragen.
Versuchen Sie beim Kontakt mit dem Gutachter, diesem Ihre Probleme zu schildern, sich aber ansonsten neutral darzustellen. Keinesfalls sollten Sie versuchen, den Sachverständigen zu beeinflussen oder zu manipulieren. Der Sachverständige hat den im Beweisbeschluss festgelegten Auftrag erhalten. Diesen hat er unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten objektiv und unabhängig zu bearbeiten. Dafür sollten Sie ihm die Zeit und das Umfeld gebeen.

Sollten Sie mit dem Ergebnis des Gutachtens nicht zufrieden sein, müssen Sie tatsächliche Kritik, beispielsweise an der Methodik, vorbringen und auf eine Befragung oder Klärung der Angelegenheit hinarbeiten. Selbstverständlich besteht auch die Möglichkeit, dass ein anderes ergänzendes oder ein gegensätzliches Gutachten eingeholt wird.

Bitte zögern Sie nicht! Hilfe - besonders wenn Sie frühzeitig in Anspruch genommen wird - kann schnell und unkompliziert Probleme erkennen, Lösungswege erarbeiten und damit Streit vermeiden. Gerade bei Fragen des Umgangsrechts ist es sehr schwer, selber vollkommen ruhig zu bleiben um kühl und überlegt zu handeln. Eher ist die Problematik hoch emotional, was es umso schwerer macht, selbständig gute und somit langfristig tragfähige Konzepte zu entwickeln - selbst wenn Sie selber über das nötige juristische Wissen verfügen. [ ]

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